Museum zur Augsburger Puppenkiste

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Selbst als Österreicher war mir die Augsburger Puppenkiste aus dem TV ein Begriff. Schon öfters hatte ich vom Urmel, dem gestiefelten Kater, oder vom Lokomotivführer Jim Knopf gehört. Deshalb nutzte ich mal die Gelegenheit, bei einem Aufenthalt in Augsburg diese TV Stars persönlich zu besuchen.

Lage

Vom Bahnhof erreichte ich das Museum zu Fuß in ca. 20 Minuten, in dem ich raschen Schrittes gerade aus zur Maximilianstraße ging, und dieser bis zur Afrakirche folgte. Dann bog ich zum roten Tor ein und stand dann vor dem Heilig-Geist-Spital, indem die Augsburger Puppenkiste untergebracht ist.

Eintritt

Das Tor zur Augsburger Puppenkiste schreckte mich fast ab, so groß und wuchtig, aber auch verschlossen wirkte es auch mich. Zaghaft drückte ich die Klinge runter und siehe da, es war tatsächlich der Eingang zur Puppenkiste und zum Museum.

Der Eintritt betrug für mich 4,20 Euro, bei einem Theaterbesuch am selben Tag hätte sich der Preis auf 3,20 Euro reduziert.

Museumsshop

Der Museumsshop bildete mit der Kasse eine Einheit und bot allerhand Produkte an. Zum Beispiel Kaffeetassen mit Motiven aus der Puppenkiste. Daneben konnte man aber auch Bücher und Videos zu dem Thema erwerben.

Gastronomie

Das Museumscafé wird offensichtlich auch als Pausencafé während der Theateraufführungen benutzt, die ja im selben Haus veranstaltet werden. Bei dem Café fiel mir besonders das doch sehr spezielle Angebot auf. So gab es Broccolisuppe, Spinatstrudel oder Zucchiniröllchen zur Auswahl.

Ausstellung

Die Ausstellung betrat ich über ein Drehkreuz, das ich durch meine Eintrittskarte selbst öffnen konnte. Sollte aber jemand nicht damit klar kommen, kann man aber eine Dame herbei rufen, die innerhalb der Ausstellung aufpasst.

Nach dem Drehkreuz konnte ich mich an Hand von ausgelegten Dokumenten ein wenig in die Geschichte des Museums und vor allem seiner Besitzer einlesen. So erfuhr ich einiges über die Familie Marschall-Oehmichen und deren Werdegang.

Nach dieser Einführung betrat ich einen dunklen Raum, wo dann schon die ersten Dioramen mit einem Auszug aus den rund 6.500 Puppen auftauchten.

Rechts vom Eingang erblickte ich eine Werkbank, die mir ein Gefühl gab, wie die Puppen gefertigt wurden. Auf den Hinweisschildern las ich dann die prinzipiellen Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Puppen und das zum Beispiel die Augen aus Schusternägeln gemacht werden. Auch die Funktion der einzelnen Fäden bei einer Puppe wurden gut erklärt.

Im Laufe der weiteren Ausstellung traf ich dann auf die Puppen der verschiedenen Aufführungen und TV Serien, die vor allem in Deutschland sehr bekannt sein dürften.

In den Dioramen konnte ich nicht nur die Puppen aus nächster Nähe sehen, sondern auch die restlichen Teile der Bühnenbilder, die man zum Beispiel für die Dreharbeiten benötigte. So war es für mich schon sehr interessant zu sehen, wie das Wasser mit Hilfe von Folien nachgebildet wurde oder wie man die Schienen für die Lokomotive angefertigt hatte.

Ein Aha-Erlebnis waren für mich die ausgestellten Inserts, die man früher in den Vor- und Nachspanns von Filmen verwendete, um zum Beispiel den Namen des Regisseurs oder des Tonleiters anzuzeigen. Während man heute alles mit dem Computer generiert, wurde das damals noch fein säuberlich aus Papier ausgeschnitten und auf Karton geklebt.

Obwohl die Ausstellungsräume schon etwas dunkler waren, gelang ich dann noch in einen ganz dunklen Gang wo ich dann etwas über das Stück „Der Löwe ist los“ erfuhr. Die Dunkelheit sollte keinen erschrecken, allerdings hatte ich manchmal doch Probleme die Aufschriften auf den Begleittexten zu lesen. Diese waren zum Teil mit der Hand auf dünnes Holz geschrieben, was ihnen einen liebenswürdigen Charakter verlieh.

Zwischen all den Schaustücken gab es auch zwei sehr kleine Kinoräume mit ca. zehn Plätzen, wo Ausschnitte der TV Produktionen gezeigt wurden. Hier ließ ich mich für eine kurze Zeit nieder und genoss das an sich eher einfache Programm abseits vom großen KAWUM heutiger Action Filme. Auch Hörspiele konnte ich mir anhören, ein Beweis, dass die Puppenkiste keine Angst hatte in Medien vorzudringen, wo Puppen keine Rolle spielen.

Doch die Puppenkiste stieß auch in die reale Welt vor, was mir einige Fotos vom Augsburger Zoo zeigte. Traditionellerweise besuchen die Tierfiguren der Puppenkiste regelmäßig den Augsburger Zoo und „unterhalten“ sich mit deren echten Artgenossen. Auf den Fotos konnte ich dann so einige lustige Szenen sehen, z.b. einen etwas verdutzt blickenden Esel, vor dessen Nase sich eine aufgeregt „plappernde“ Eselpuppe bewegte.

Die Puppen tauchten übrigens auch in TV Sendungen mit Erziehungscharakter auf. Zum Beispiel erklärten sie in den Sendungen „Natur und Technik“ und in „Denk und Dachte“ verschiedene Zusammenhänge auf der Welt.

Aber auch in die Kinowelt stießen die Augsburger Puppen vor! So spielten sie in der Hollywood Produktion „Monty Spinnerratz“ mit. Das Diorama, das in einem Abwasserkanal spielte, konnte ich nun in Augsburger Museum aus nächster Nähe sehen.

Sonderausstellung

Zum Zeitpunkt meines Besuches lief gerade die Sonderausstellung „Tiere, Monster, Fabelwesen – Tierisches aus der Augsburger Puppenkiste“

Die Einführung zur Sonderausstellung war sehr informativ, den es wurden die Begriffe Monster und Fabelwesen näher definiert und wie wir sie ja auch in der realen Welt anwenden.

Auch auf so interessante Dinge wie der bayrische Wolpertinger wurde eingegangen, der zwar in Bayern lebt, an dem aber nur die Preußen glauben.

Sicherlich sehr spannend war für mich auch die Erlebniswand. Hier durfte ich mit der Hand in abgedeckte Boxen greifen und „fühlen“ was sich dahinter verbarg. Hauptsächlich handelte es sich dabei um Teile von Tieren, was genau, möchte ich hier nicht verraten.

Über die Webseite erfuhr ich auch einiges über das Zusatzprogramm zu den Ausstellungen. So gibt es Workshops, Kinderführungen und auch eine Gespensternacht!

Gebäude

Zum Abschluss möchte ich noch etwas über das Gebäude schreiben. Dabei handelte es sich um das denkmalgeschützte Heilig-Geist-Spital, indem noch heute ein Altenheim untergebracht ist.

Auf meinem Rückweg von der Ausstellung runter in den Museumsshop hatte ich Gelegenheit auch ein wenig auf das Gebäude zu achten. So konnte ich noch ein paar alte Fresken, einige Ofentüren zur Beheizung der ehemaligen Krankenzimmer und noch alte Türen entdecken, die ich bisher nur aus Filmen von alten Lazaretten kannte.

Resümee

Ich hatte schon viel über die Augsburger Puppenkiste gehört und war schon sehr neugierig, was mich dort erwarten würde. Während ich mir das Museum etwas größer vorgestellt hatte, war ich trotzdem von der Wirkung dieser Puppen und der TV Produktionen überwältigt. Ich habe gemerkt, dass es abseits der computeranimierten Unterhaltung und den millionenschweren Hollywoodproduktionen noch eine weitere liebenswerte Welt gibt, die wir für unsere Kinder auf jeden Fall erhalten sollten.

Quellen / Weiterführende Links