Römisch-Germanisches Museum in Köln

Auf meinen Reisen zu den römischen Spuren musste ich natürlich auch mal nach Köln kommen, jener Stadt wo noch ganze Türme und Kanäle von den alten Römern berichten. Ich selbst möchte nun auch berichten, und zwar vom römisch-germanischen Zentralmuseum.

Ausstellung

Um es gleich vorwegzunehmen: Wer sich für das zivile Leben der Römer interessiert, ist hier gut aufgehoben. Es gibt alles Mögliche über das Mobiliar, die Küchengegenstände, die Hygieneartikel, dem Schmuck der Römer zu sehen. Was hingegen kaum besprochen wird, sind geschichtliche Zusammenhänge, politische und kriegerische Ereignisse, Details über die römische Armee. Wer sich für solche Details interessiert findet wohl mehr in den Ausstellungen in Aalen oder im Römisch-Germanischen-Zentralmuseum in Mainz.

Bemerkenswert ist für mich, dass ein Großteil der Beschriftung dreisprachig ausgeführt ist. Dabei wird allerdings das Meiste in Deutsch beschrieben, während in Englisch und Französisch lediglich Zusammenfassungen angeboten werden.

Sehenswert sind zweifellos die prächtigen Mosaike, die das Museum sein eigen nennen kann. Natürlich wusste ich schon immer, dass die römischen Villen mit sehr schönen Mosaiken ausgestattet waren. Aber wie sie konkret ausgesehen haben, konnte ich erst in diesem Museum erfahren. Dabei handelt es sich aber nicht um einige gekrümmte Bruchstücke aus irgendwelchen Ruinen, sondern nahezu vollständige Mosaike mit Köpfen und Tieren in einer Größe von mittleren Sälen.

Eines dieser Mosaike befindet sich übrigens mehr oder weniger in seiner ursprünglichen Fundlage, den das Museum wurde an der Stelle einer ehemaligen römischen Villa gebaut. Wo genau sich diese Villa im römischen Köln befand, konnte ich an Hand eines sehr aussagekräftigen Gemäldes im Untergeschoß des Museums erkennen. Dort war auch gut ablesbar, dass sich der berühmte Kölner Dom genau auf jener Stelle befindet, wo sich zu Zeiten Roms schon eine christliche Kirche befand.

Aber auch die Rekonstruktion eines römischen Reisewagens empfand ich als sehr aufschlussreich. Leider darf man sich nicht in den Wagen rein setzen, aber Details wie zum Beispiel die Aufhängung können aus nächster Nähe betrachtet werden.

Kurios finde ich ja immer die Reste der Rheinbrücken, die es auch in diesem Museum zu sehen gibt. Bekanntlich schlugen die Römer die ersten Brücken über den Rhein und Reste davon zog man doch tatsächlich bei Köln und Mainz aus dem Wasser. Wie so ein römisches Brückenteil aussieht, konnte ich also hier mal in Ruhe erforschen.

Als Freund der experimentellen Archäologie gefiel mir die Möglichkeit, im Untergeschoß an Kursen teilzunehmen wo man z.B. römische Öllampen herstellt. Diese Kurse sind vor allem für Schulklassen gedacht.

Die Römerzeit ist aber nicht die einzige Zeit in diesem Museum. So werden auch Fundstücke aus der Vorzeit gezeigt und auch Gegenstände der Frankenzeit erklärt.

Als Spezialität möchte ich hier noch anführen, dass in diesem Museum ein so genanntes Sonntagsfrühstück veranstaltet wird, wo man nach Genuss des Konfitürebrötchens und einem Pott Kaffee in Führungen mehr über die alten Römer erfahren kann.

Sonderausstellung

Die Sonderausstellung trug den Titel „Das Gold von Köln“ und war zwar für sich interessant, ist aber keinen besonderen Besuch wert. Es werden konkret 12 (!) Goldmünzen gezeigt, und die geschichtliche Bedeutung der darauf Abgebildeten erläutert. Bekanntlich konnte sich im vierten Jahrhundert für ein paar Jahre ein Gallisches Sonderreich innerhalb des Römischen Reiches etablieren, deren jeweiligen Herrscher eigene Goldmünzen herausbrachten. Meiner Meinung nach kann man aber die ausgehängten Infos auch im Internet nachschlagen und muss nicht nach Köln kommen.

Wer aber nicht im Internet nachschlagen möchte, sondern sich gleich das Museum ansehen will, hier noch ein paar Zusatzinfos:

Lage

Das römisch germanische Zentralmuseum in Köln ist sehr leicht zu finden, den es befindet sich direkt neben dem Kölner Dom auf dem Roncalli Platz. Dort hat auch der Back Packer mit schmalen Budget sein Erfolgserlebnis, den zwei der prächtigsten Ausstellungsstücke sind von außen durch die Fenster einsehbar. So kann man das riesige Grabmal eines römischen Bürgers und das Dionysos Mosaik auch bei geschlossenem Museum bewundern. Zusätzlich gibt es jede Menge weitere Römersteine im Durchgang zum Museum zu betrachten und neben dem Museum ist sogar ein Teil der alten römischen Hafenstraße freigelegt.

Eintritt

Der Eintritt betrug 3,60 Euro (Vollpreis). Angesichts des breiten Angebots halte ich den Preis für okay.

Garderobe/Fotografieren

Die Garderobe war von drei wackeren Damen bewacht, die gegen 50 Cent bereit waren, meine Jacke aufzubewahren. Meinen Fotoapparat bekamen sie aber nicht, den im Museum ist das Fotografieren ohne Blitz erlaubt.

Gastronomie

Ein Café oder dergleichen entdeckte ich nicht. Dafür gab es neben der Kasse einen kleinen Kiosk mit Süßigkeiten.

Museumsshop

Der Museumsshop birgt wirklich ein großes Angebot sowohl für Alt und Jung. So kann man Bastelbögen für römische Kastelle genauso kaufen, wie Plastikfigurinen von Römern, um die Kastelle auch zu verteidigen. Das Bücherangebot bietet neben einem breiten Angebot von Fachliteratur auch Romane von so berühmten Kennern der römischen Sitten wie etwa Hans Dieter Stöver. Da sich der Museumsshop außerhalb des Ausstellungsbereiches befindet, steht einem Besuch des Shops auch ohne Besuch des Museums nichts im Wege.

Resümee

Ich denke, das römisch germanische Museum in Köln ist vor allem interessant, wenn man sich für prächtige Mosaikböden interessiert. Auch Freunde von Details des römischen Zivillebens kommen in Köln auf ihre Kosten. Freunde von „kriegerischen“ Details hingegen sollten sich eher an die Museen in Aalen oder Mainz halten.

Quellen / Weiterführende Links